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höfn1Im Juni 1998 schlossen sich drei Gemeinden an der Mündung des Eyjafjords zur neuen Gemeinde Dalvik (“Dalvikurbyggd”) zusammen: die Bezirke Arskogur, Svarfadartal und die Stadt Dalvik. Diese Gemeinde reicht nun vom Bezirk Arnanes nördlich des Fagraskogur bis zur Stadtgrenze von Olafsfjördur am Olafsfjordpass.

Arskogsströnd

Geschichtlichen Überlieferungen nach ließ sich Helgi magri (Helgi der Dünne), der erste Siedler im Eyjaford, zur Wikingerzeit in Arskogsströnd nieder. In der Saga von der Landnahme Islands (“Landnama”) wird davon berichtet, wie Helgi sich im Inneren  des Svarfadartales und nördlich von Hrisey ansiedelte und auf Hamundarstad überwinterte. Im folgenden Frühling erkundete Helgi mit dem Schiff den Eyjafjord, während seine Tochter Ingunn und sein Schwiegersohn Hamundur heljarskinn (Hamundur der Harte) weiter auf Hamundarstad wohnten. Damit zählt dieser Hof als erster Siedlungsort im Eyjafjord.
Im Jahre 1911 löste sich der Bezirk Arskogur aus der Gemeinde Arnarnes und schloss sich bis zum Jahre 1931 der Insel Hrisey an. Die natürlichen Grenzen von Arskogsstrand sind Hillur im Süden und Hamundarstadarhals im Norden.Es gibt viele kleine Buchten, welche zu früherer Zeit häufig als Anlegeplatz für Fischereiboote benutzt wurden und den Bauernhöfen damit einen wesentlichen Beitrag zum Lebensunterhalt lieferten. Zwei Siedlungskerne sind in Arskogsstrand: Arskogssand und Hauganes. Hier befindet sich die einzige Königsgrabstätte Islands: nördlich und ganz in der Nähe von Hatun ruhen der Überlieferung nach die sterblichen Überreste von Hraerekur Dagsson, dem König von Heidmark in Norwegen.
 

Svarfadartal

FjallVom Bergrücken des Hamundarstad hat man eine gute Aussicht. Die Küste von Arskogur hinter sich, sieht man die Ostküste des Eyjafjordes mit der Insel Hrisey und im Hintergrund Latraströnd . Die Bucht Dalvik erschließt sich dem Auge, mit der Siedlung Dalvik im Norden, oberhalb davon Upsaströnd und die steil abfallenden Hänge des Olafsfjördurpasses.
Steigt man den Bergrücken hinab öffnet sich das breite, von hohen Bergen umgebene Svarfadartal mit seinen grünen Hängen und Weiden. Der in der Mitte des Bezirks aufragende Berg Stollinn ("Stuhl"), teilt das 25 km lange und damit längste Tal von Tröllaskagi (“Trollhalbinsel") in zwei Teile: im Osten Skidatal, im Westen das vordere Svarfadartal. 
Die hier Ende des 9. Jahrhunderts siedelnden Wikinger zeigten an diesem vegetationsreichen und wettergeschützten Tal großes Interesse und benannten es nach dem aus dem Naumutal in Norwegen stammenden Thorsten Svarfadi, welcher sich, nachdem die ergiebigsten Gebiete des Eyjafjords bereits erschlossen waren, in dieser damals noch spärlich besiedelten Region niederließ und dabei den Gegensatz zwischen milden
und ertragreichen Sommern und den hier harten und schneereichen Wintern erleben musste.
Im isländischen Humor spielen die drei Brüder von Bakki im Svarfadartal, Gisli, Erich und Helgi eine ähnliche Rolle wie die Ostfriesen in Deutschland und es gibt eine Menge Geschichten, die von ihren Streichen erzählen.

Schon früh wurde Svarfadartal eine eigene Gemeinde, der Name des Bezirkes änderte sich jedoch im Laufe der Zeit. Bis zum 19. Jahrhundert war das Tal mit Upsaströnd, einem Teil von Arskogsströnd und Hrisey eine große Gemeinde, welche ihren Namen von Vellir, dem Pastorensitz im Svarfadartal bezog. Aber im Jahre 1824 trennten sich Arskogströnd und Hrisey ab. Von 1892  an wird der Bezirk Svarfadartal genannt, 1946 wurde er noch einmal geteilt und die Gemeinde Dalvik entstand aus der Stadt Dalvik und einigen benachbarten Bauernhöfen. 

Dalvik

Dalvik liegt in der gleichnamigen Bucht an der Mündung des Svarfadartals. Der Küstenstreifen wurde früher Sandur genannt, später Böggvisstadarsandur nach dem Bauernhof Böggvisstadur. Hier wurde schon seit frühester Zeit Fischfang betrieben und hier war auch einer der größten Fischverarbeitungsplätze Nordislands. Auf örtlichen Werften wurden besonders im 18. Jahrhundert Fischereiboote gebaut und ausgerüstet.
Dalvik liegt auf dem Gebiet der ehemaligen Bauernhöfe Böggvisstadir, Brimnes und Upsi. Der Siedlungsbeginn in Dalvik datiert sich im Jahre 1881,  als das Ehepaar Fridbjörn Sigurdsson und Ingibjörg Kritiansdottir von der Gemeindeverwaltung die Erlaubnis erhielt, hier ihren Bauernhof zu errichten. Schon bald kamen neue Siedler hinzu, unter ihnen Rosa Thorstensdottir und Jon Stefansson. Während der erste Hof noch ein Grassodenbau war, wurde 1899 in Dalvik das erste Holzhaus errichtet, Nyjibær (“der neue Hof”), welcher noch heute existiert und das älteste Gebäude der Stadt ist.      
1934 erschütterte ein sehr starkes Erdbeben Dalvik und Umgebung. Viele Häuser wurden zerstört und fast alle Gebäude des Gebietes beschädigt.  Dalvik, welches seit 1974 Stadtrechte geniesst, war bis 1946 ein Teil des Bezirks Svarfadartal, danach ein selbständiger Bezirk bis zur bereits erwähnten Vereinigung der Gemeinden im Jahre 1998.

Erwerbsleben

höfninIn und um Dalvik lebt man hauptsächlich vom Fischfang, wobei die
Häfen von Dalvik und Arskogstrand seit langer Zeit die Hauptstützen des Erwerbslebens sind. Hier versorgen große Fischereibetriebe die Menschen mit dem täglichen Brot. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wird hier Handel betrieben, welcher samt verschiedenen Dienstleistungszweigen als zweitwichtigstem Erwerbszweig positiven Einfluss auf die Region hat.
 
Verschiedene mittelständische Betriebe haben sich in den letzten
Jahren hier angesiedelt, davon ist der größte Sæplast, wo man Produkte für die Fischindustrie herstellt und u.a. auch zunehmend ausländische Märkte erschließt. Die Landwirtschaft hat in Svarfadartal und Arskogsströnd einen guten Stand, besonders in die Milchproduktion. Auch der Tourismus hat wachsende Bedeutung, da jedes Jahr mehr und mehr Reisende den Zauber der Region und die sich hier bietenden Möglichkeiten entdecken.

Kultur

Schon lange ist das Kulturleben in der Region um Dalvik den Einwohnern wichtig gewesen. Hier findet man die verschiedensten Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Mehrere Gesangsgesellschaften wie etwa der Kirchenchor, Männerchor, Kinderchor und ein gemischter Chor proben regelmäßig und veranstalten Konzerte, sowie auch viele in Island bekannte Solisten. Der Schauspielverein (“Leikfelag Dalvikur”) inszeniert seit 1944 jährlich neue anspruchsvolle Aufführungen. Darüber hinaus sind hier in unvollständiger Aufzählung andere kulturelle Vereinigungen, Sportvereine und Wohltätigkeitsorganisationen wie der Frauenverein, die Rettungswacht, Jugendorganisationen, Pfadfinder, der Lions- und der Kiwanisklubb, der humanistische Verein, der Seniorenverein und der in Island sehr bekannte meteorologische Verein der Senioren zu nennen, welcher dem staatlichen meteorologischen Institut mit überraschend genauen Wettervorhersagen starke Konkurrenz macht.

Quellen: 
1)  Byggðir Eyjafjarðar, I. Band, Hrsg. Búnaðasamband Eyjafjarðar
2)  Broschüre "Dalvik" Hrsg. Gemeinde Dalvik, Januar 1998
3)  Handbuch der Gemeinde Dalvik 1999